Erste Hilfe nach einem Stich
Was ist nach einem Skorpionstich zu tun?
Wichtig!
Man sollte am Besten einen Notfallplan an der Tür haben. Darauf sollte die Nummer der Giftnotrufzentrale, die Nummer des Notarztes und die Vorgehensweise nach einem Stich vermerkt sein. Der Plan
sollte deutlich geschrieben sein!
Da es im Falle eines Stiches zu einer Anaphylaxie (oft gekennzeichnet durch ein anschwellen der Zunge, verschwommener Sprache und Atembeschwerden) kommen kann, sollten sie folgende Medikamente zu
Hause haben:
- Antihistaminika (Tavegil® oder Benadryl®)
- EpiPen® (0,3 mg epinefrine)
Lassen sie sich von ihrem Arzt beraten!
Auf keinen Fall sind Manipulationen wie Aufschneiden, Aussaugen, Abbinden und Ähnliches zu unternehmen!
Vertrauen sie auch nicht auf traditionelle Heilmittel.
Was wirklich hilft
OBERSTES GEBOT:
Ruhe bewahren um die Symptome nicht noch zu verstärken!
Es hat sich als am wirksamsten erwiesen, die Stichstelle unmittelbar nach dem Stich lokal (!) mit Hitze zu behandeln.
Die Stichstelle sollte lokal mit heißem Wasser (max. 50°C) oder einem anderen heißen Medium behandelt werden (Vorsicht vor Verbrühungen!). Dazwischen sollten kurze Pausen von etwa 5 Sekunden
eingelegt werden.
Am besten man macht das so lange, bis der brennende Schmerz verschwunden ist.
Im nachhinein können Taubheit der betroffenen Extremität sowie Überempfindlichkeit auf Berührungen auftreten, was allerdings medizinisch unbedeutsam ist.
Die Hitzemethode sollte nur vom Patienten selbst durchgeführt werden da nur er entscheiden sollte wie heiß das Wasser sein soll und wie lange er sich der Therapie unterziehen kann und will!
Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit Kälte (Icepack, Eiswürfel, kaltes Wasser oder Ähnliches).
Auch hier sollte die betroffene Stelle behandelt werden.
Die Kälte bezweckt, das sich das Blut langsamer verteilt.
Es wäre auch ratsam, das betroffene Glied zu schienen, damit sich das Gift nur langsam verteilt.
Sollten die Symptome schlimmer werden, dann muss ein Krankenhaus aufgesucht werden. Man sollte sich in diesem Falle fahren lassen, da man im Falle einer Ohnmacht eine Gefahr für andere
Verkehrsteilnehmer und nicht zu letzt auch für sich selber werden kann.
Sollte es nicht möglich sein ein Krankenhaus aufzusuchen, dann sollte der Notarzt gerufen werden. Es wäre auch ratsam die Füße hochzulegen.
In das Krankenhaus sollte ein Zettel mit dem wissenschaftlichen Namen des Skorpions mitgebracht werden, da das im Falle einer Serumbehandlung unbedingt notwendig ist!
Es sind die Symptome zu behandeln und man sollte sich bis zum völligem abklingen der Symptome überwachen lassen.
Es wäre auch hilfreich, ein Blatt mitzunehmen, auf dem steht woher man im Falle eines Falles das Antiserum beziehen kann.
* Giftnotruf:
Giftnotruf München
Toxikologische Abteilung der II. Med. Klinik rechts
der Isar der TU
München
Ismaningerstr. 22
81675 München
Telefon: (089) 19240
Telefax: (089) 4140 - 2467