Nachzuchten

Ich hatte schon den Verdacht, dass meine Heterometrusdame tragend sein könnte, aber am 25.09.2009 wurde dann dieser Verdacht bestätigt. Ich schaute in der Früh nach und sah 3 weiße Würmchen auf dem Rücken rumkrabbeln. Ich musste in die Uni, danach zur Arbeit und als ich am Abend wiederkam, waren es schon mehr als 5 Stück. Dann die Nacht und am nächsten Morgen hatte die Mutter einen weißen Teppich auf dem Rücken und es war keine wirkliche Möglichkeit mehr sie zu zählen. Aber ich schätzte zwischen 15 und 20 Skorplinge. Ich habe die Fütterung eingestellt und musste abwarten bis ich die einzelnen „Kids“ separieren konnte. Während der Wartezeit habe ich die Heimchenboxen vorbereitet, die nach dem Separieren die vorübergehende Behausung der Kleinen sein sollten.

Einrichtung der Heimchenboxen

 

Ich habe 30 Boxen vorbereitet. Die Ausstattung besteht aus Palmerde, kleinen Rindenstücken, die ich im Wald zusammengesammelt habe und Kronkorken als Trinkschale. Da Heterometrusskorplinge schon eine beachtliche Größe aufweisen, ist ein Kronkorken eine gute Lösung. Bei kleineren Arten muss man sehr darauf achten, dass die Kleinen nicht ertrinken können.

Am 28.10.2009 konnte ich dann die Kleinen Separieren und die Mutter wieder in das Größe Becken 60x30x30 zurücksetzen, die sofort 2 fette Schaben bekommen hat und diese auch bald verdrückt hatte.
Um die Kleinen aus dem Terrarium zu holen habe ich einen Esslöffel benutzt und sie damit absolut sicher und ungefährlich in die Boxen umgesetzt. Ich habe einen nach dem anderen rausgeholt und zum Schluss hatte ich 21 Heimchenboxen mit Bewohner in meiner Wohnung stehen. Nun ja, klingt erst mal viel, aber die Arbeit ist letztlich nicht viel Aufwand. Man sollte sich immer mal wieder eine halbe Stunde Zeit nehmen um alle Boxen mit Wasser zu versorgen und die Tierchen zu füttern.
Als Futtertiere haben sich für die Kleinen Skorpione kleine bis mittlere Heimchen für besser herausgestellt, als die Argentinischen Waldschaben, welche ursprünglich zur Versorgung der Skorplinge geplant waren. Das Problem das sich für mich ergeben hat war, dass die Schaben sehr dunkel sind und sich kaum abheben von dem Erdboden in der Heimchenbox. Neben dem vergraben sich die Schaben sofort und sind verschwunden. Da ich aber überprüfen möchte, ob die Kleinen ihre Beute gefressen haben oder nicht, ich aber auch keine Lust und Zeit habe jede Box komplett zu untersuchen (was ohnehin bei kleinen Schaben unglaublich schwer ist sie zu finden, denn sie sind wahre Versteckkünstler), habe ich mich für Heimchen entschieden. Sie sind hell, gut zu entdecken und sind meist irgendwo in der Heimchenbox unterwegs.
Wichtig ist auch, dass man kein Futtertier in der Box lässt, wenn die Häutung ansteht. Da Skorpione in der Häutungsphase sehr verletzlich und gefährdet sind, können sie von den Futtertieren lebensgefährlich verletzt werden. Um das zu vermeiden füttere ich in dieser Zeit nicht.
Wichtig ist, dass die Kleinen ständigen Zugang zu Wasser haben, da die Skorplinge schnell Dehydrieren können. Dehydrierte Skorplinge kann man gut erkennen an komisch verdrehten Beinen und Scherenhänden. Dann stehen die in alle Richtungen, übereinander und sehen verkrüppelt aus. Ich achte immer drauf, dass die Schälchen immer aufgefüllt sind und mache drum herum die Erde nass. Das hält die Luftfeuchtigkeit und die Tierchen haben immer die Möglichkeit an Flüssigkeit zu kommen.

Bis zu dem 5.11.2009 sind leider zwei Tiere eingegangen. Aber da ich mit mehr Ausfall gerechnet hatte, ist das mehr als in Ordnung.