Die Auswilderungsstationen

© www.tembo.info/ Die Kleine heißt Ischolta und ist Irenes Patenkind
© www.tembo.info/ Die Kleine heißt Ischolta und ist Irenes Patenkind

Der Umzug für Elefantenwaisen aus der Nursery in die Auswilderungsstationen ist extrem stressige und anstrengend für die Tiere. Die Keeper sind allerdings jedes Mal wieder von neuem Überrascht, was für ein Grundvertrauen diese Tiere Menschen gegenüber haben, trotz des Bruchs (das Schieben und Zerren in den LKW). Kurze zeit später sind sie wieder die alten.

Es gibt im Tsavo Nationalpark zwei Auswilderungsstationen von Daphne Sheldrick. Die Ithumba- und die Voigruppe.

Es ist toll anzusehen, wie diese Tiere auf die wilde Natur vorbereitet werden. Die Neuankömmlinge werden von den älteren und alten Waisen begrüßt und aufgenommen. Diese sind sehr wichtig für kleine Elefanten, denn dadurch lernen die Kleinen das Leben als Elefant. Die Großen leiten an und die Kleinen machens nach.

Es vergehen einige Jahre, bis sich die Jungelefanten in eine wildlebende Herde eingegliedert haben, weshalb auch hier ständige Betreuung der Keeper erforderlich ist.

© www.tembo.info/
© www.tembo.info/

Elefanten können ihre Geschlechtsreife mit 10 Jahren erreichen, aber durchschnittlich einige Jahre später. Jedoch nehmen die verwaisten Elefanten bald ihren rechtmäßigen Platz unter ihren wilden Artgenossen ein.

Mehr als 40 der handaufgezogenen Waisen leben nun unter wildlebenden Artgenossen im Tsavo Nationalpark und gelten als erfolgreich ausgewildert.

Die Ithumbastation ist ein Gebiet das mit hohen Zäunen umrahmt ist. Dort halten sich die immer noch milchabhängigen Waisen in der Nacht auf. Jeden morgen wird die Station geöffnet und die kleine Familie tritt die Reise in die Natur an. Immer unter Auffsicht der Keeper.

Diese wandern mit ihnen durch das Land, zu Wasserstellen und zeigen ihnen was sie essen können indem sie die Blätter abzupfen. Die kleinen Waisen machen es nach und lernen jeden Tag viele neue Dinge dazu. Zusätzlich geben auch die älteren Elefanten ihre Erfahrungen weiter. Abends geht es zurück in die Station und die Milch wird gereicht.

Hier ist es immer wieder spannend. Denn jeder Elefant entscheidet selber, wann und ob er gehen will oder ob er doch noch Mal eine Nacht im Gelände verbringt. Die Keeper zwingen keinen, nur die, die wirklich ohne Milch noch nicht überlebensfähig wären, denn Kälber werden im Normalfall 2-3 Jahre von der Mutter gesäugt. Alle anderen entscheiden, wann die Zeit für sie gekommen ist. 

Älteste heute im Tsavo Nationalpark lebende Waise ist die mittlerweile 45-jährige Elefantendame Eleanor, die noch aus der ersten gemeinsamen Arbeit von David und Daphne Sheldrick stammt.

Einige von ihnen kommen regelmäßig in die Auswilderungsstation zurück und bringen, zur Freude aller, ihre wilde Familie mit. Auch die Keeper freuen sich sehr, wenn ausgewilderte Waise mal zu Besuch kommen, denn:

 

Zitat von Benjamin (dem Chefkeeper) "Sie sind ja unsere Familie".

 

Die Kleine Ithumbah, die am 25. September 2010 aus einem Schlammloch ganz in der Nähe der Ithumbastation geborgen wurde, ist ein Vorbote für Hoffnung und Freude. Zwar ist es nicht schön, dass die Kleine von ihrer Familie getrennt wurde und nun Ersatzeltern braucht, allerdings zeigt es auch, dass dort, im Tsavo Nationalpark, wieder wilde Elefanten leben und sich dort ansiedeln.

Seit 30 Jahren waren dort keine wilden Elefanten mehr gesichtet worden. Die Wildereien haben die Elefanten vollkommen aus dieser Region vertrieben und die Angst vor den brutalen Menschen hat offenbar 30 Jahre angehalten.

 

Der großartigen Arbeit der Keeper, Daphne Sheldrick und nicht zu vergessen, der ausgewilderten Waisen ist zu danken:

 

Die Rückkehr der wilden Elefanten hat begonnen.

Und Hier könnt auch IHR helfen.