Ithumbahs Leben in Auszügen von Rea e.V.

 (Text © reaev )

März 2011


Die hohen Temperaturen vom Februar hielten auch im März an, und es gab nur wenige kurze Regenschauer. Die verbleibenden Waisen, die noch von den Keepern versorgt werden sind Suguta, Melia, Chaimu, Ithumbah, Tumaren, Kilaguni und Sabachi. Die heißen Temperaturen setzen ihnen tüchtig zu, und daher nehmen sie noch ausgedehntere Schlammbäder, sie kommen jetzt viel früher zur Suhle als sonst. Vormittags sind sie auf Futtersuche im Busch, und wenn die Temperaturen ihren Tageshöhepunkt erreichen, suchen sie sich ein Plätzchen im Schatten der Akazien. Manchmal saugen sie dann Wasser aus ihren Mägen, um es sich zur Abkühlung hinter die Ohren zu spritzen. In der Nacht zum 19. März gab es heftige Regenfälle – was für ein Genuss! Die Waisen verbrachten den ganzen nächsten Tag mit Suhlen in all den vom Regenwasser gefüllten Senken und schlürften Wasser aus allen auffindbaren (Baum-)Löchern. Am Monatsende gab es weitere kurze Schauer, und wir hoffen, das sind die ersten Vorboten für die erwartete Regenzeit.

 

Am 5. März kam Yattas Gruppe mit Wendi, Mgeni und einem weiteren wilden Bullen zum Stallgelände. Beide Ex-Waisenherden kamen schon am nächsten Tag wieder und Wendi überschütte Ithumbah sofort mit Zärtlichkeiten. Viele der älteren Elefanten sind vernarrt in Ithumbah. Die Ex-Waisen begleiteten die Jüngsten zum Grasen in den Busch, wo sich eine wilde Gruppe (eine Kuh mit drei Jungtieren) unter sie mischte. Dieselbe Familie kam auch am 8. März zum Schlammbad, und dieser Nachmittag sollte der Höhepunkt des Monats werden. Die wilde Kuh inspizierte alle Waisen einzeln und führte danach Ithumba fort, während ihre beiden älteren Kälber die Keeper ablenkten. Ithumbah folgte ihr freiwillig, während die Keeper aus der Ferne nach ihr riefen. Sie blieb auf einmal stehen, schien kurz nachzudenken und machte dann Kehrt, um zu ihrer Waisenherde zurückzugehen.

 

Am 28. kamen Wendi, Napasha, Kamboyo, Loijuk, Madiba, Kora, Lualeni, Meibai, Naserian, Sidai und Lenana in die Region Kone, wo die Waisen gerade fraßen. Wendi gesellte sich sofort zu Ithumbah und die beiden grasten Seite an Seite. Einen Tag später kamen Yatta, Mulika, Selengai, Nasalot, Orok Buchuma, Mgeni und zwei wilde Bullen noch einmal zum Saufen ins Stallgelände, bevor sie in den Park zurückkehrten.

Februar 2011

 

Der Monat Februar ist in Tsavo immer besonders heiß, und für die in Ithumba verbliebenen Elefantenwaisen Suguta, Melia, Chaimu, Ithumbah, Tumaren, Kilaguni und Sabachi war er besonders anstrengend. Sie gingen früher als sonst zum Schlammbad und verbrachten den Nachmittag unter schattigen Bäumen, bis die Temperaturen gegen Abend wieder sanken. Ein kleines Unwetter am 18. Februar brachte für etwa ein bis zwei Tage etwas Abkühlung, an denen die Waisen in den Wasserlöchern spielten und sich in den natürlichen Schlammbädern suhlten. Den 11. Februar verbrachten die Junioren mit Yatta, Nasalot, Mulika, Kinna, Selengai, Orok, Taita, und Buchuma im Busch. Nasalot widmet ihre ganze Aufmerksamkeit dann für gewöhnlich “ ihrem Baby” Kilaguni, während Selengai sich um ihren Liebling Ithumbah kümmert.

rotz der Hitze ist es bezeichnend, dass die Waisen nicht besonders wild auf das Wälzen im Schlamm sind – wahrscheinlich aus genau diesem Grund. Ithumbah kam ja sogar auf diese Weise zum Trust, nachdem ihr die Keeper das Leben gerettet hatten als sie im Schlamm am Ithumba-Damm steckte.

Januar 2011

 

Nasalot himmelt Kilaguni an und somit ist diese Aufgabe für sie eher ein Vergnügen als lästige Pflicht. Wendi hat sich Ithumbah als Schützling auserkoren, und Galana bemuttert Meibai, wo es nur geht. Von den jüngeren Waisen, die noch von den Keepern betreut werden, führen Ithumbah und Suguta die Gruppe an. In letzter Zeit haben sich aber auch Melia und Chaimu eingebracht.

Dezember 2010

 

Am 2. Dezember trafen die beiden Nursery-Elefanten Suguta, Melia und Tumaren ein. Wie immer wurden sie herzlich und aufgeregt von allen empfangen. Die Gruppe wird von Makena angeführt, aber als sie mit den Älteren unterwegs war, wurde sie von Ithumbah vertreten. Um 9 Uhr am nächsten Tag stießen Yatta, Mulika, Nasalot, Kinna, Orok, Buchuma, Mgeni, Selengai und Napasha dazu. Selengai liebt Ithumbah abgöttisch und war nur auf sie konzentriert, während Nasalot sich vor allem um ihren Liebling Kilaguni kümmerte. Bis nach dem Schlammbad waren alle zusammen, und am Abend wurde diese Mal Makena auf einen nächtlichen Ausflug mit den Großen mitgenommen! Suguta war überglücklich, dass sie nun die Leitkuh sein durfte – kräftig unterstützt von Ithumbah, die aus dieser Region stammt und sich sehr gut auskennt.

Der letzte Tag des Monats war extrem ruhig, keine Ex-Waisen in Sicht, und Ithumbah und Suguta hatten die Aufsicht über die verbliebenen Elefantenwaisen in der Ihtumba-Auswilderungsstation: Melia, Tumaren, Sabachi und Kilaguni.

November 2010

 

Die Waisen, die noch Milch zugefüttert bekommen (Kilaguni, Chaimu, Sabachi, Ithumbah und Meibai unter der Führung von Makena) trafen in diesem Monat mit vielen Ex-Waisen zusammen. Yatta, ihre gesamte Herde (inklusive zwei wilde Elefantenbullen) suhlten sich am 1. November gemeinsam mit ihnen im Schlamm; am 7. kamen Lualeni, Kora und Challa zum Stallgelände und trennten sich erst wieder nach dem mittäglichen Schlammbad.

Oktober 2010

 

Jetzt, da Loijuk offenbar mit den Großen zusammen lebt, haben Lenana, Chyulu und Makena ihre Aufgaben bei den Kleinen übernommen. Ihre Gruppe hat in diesem Monat sogar noch zwei Neuzugänge bekommen: “Ithumbah” und “Salaita”. Die beiden wurden direkt nach Ithumba anstatt in die Nairobi Nursery geflogen, weil die Kälbchen schon zwei Jahre alt waren, und vervollständigen jetzt die Gruppe von Kilaguni, Chaimu, Meibai und Sabachi. “Ithumbah” wurde aus dem Schlamm eines vertrockneten Dammes in Ithumba geborgen und “Salaita”, deren Familie offenbar im Nationalpark Tsavo-West Wilderern zum Opfer gefallen war, fand man allein umher streunend.

Die beiden Neuzugänge „Ithumbah“ und „Salaita“ durften am 6. Oktober erstmals aus ihrem Stall heraus, als die Keeper sicher sein konnten, dass sie gesundheitlich stabil und einigermaßen zahm sind. Am Anfang waren sie ein bisschen verwirrt über die tägliche Routine, aber bis Mitte des Monats hatten sie sich dem Rhythmus angepasst und führten die Gruppe sogar öfters zum Fressen oder Suhlen. Meibei, Kilaguni, Sabachi und Chaimu waren den beiden anfangs etwas misstrauisch gegenüber, aber am Monatsende sah man Salaita schon mit Sabachi im Schlamm spielen. Wann immer Yatta bei der Gruppe ist, bemuttert sie Ithumbah, während Kinna sich ausgiebig Salaita widmet. Loijuks Liebling ist immer noch Sabachi und Nasalot ist fixiert auf Kilaguni – und umgekehrt.

Die Ex-Waisen und ihre wilden Freunde begleiteten die Waisen am 5., 12., 13., 15., 20., 24., 26. und 31. Oktober zum Schlammbad, und Yatta widmete “Ithumbah” bei jeder Gelegenheit ihre ganze Aufmerksamkeit. Einmal hatte sie neben Ithumbah gestanden, während die ihre Mittagsmilch trank. Chyulu und Sunyei holten sie danach ab, um sich im Schlamm zu wälzen. Ithumbah hat bei den Größeren offensichtlich eine Sonderstellung, und schenkt man den Mutmaßungen der Keeper Glauben, hat sie alles, was man als künftige Leitkuh mitbringen muss. So neu wie sie erst in der Gruppe ist, so führt sie sie jetzt schon sehr oft an. Offenkundig ist auch, dass die Ex-Waisen und die jüngeren Waisen sich sehr nahe stehen.

September 2010

 

Auch in diesem Monat gab es wieder vier Rettungsaktionen. Der erste war ein kleines Nashorn. Der zweite Rettungsruf ereilte uns am 25. September durch den Chef-Keeper Benjamin aus Ithumba. Die Keeper hatten ein kleines weibliches Elefantenkälbchen am Ithumba-Damm geborgen, das dort im Lehmschlamm feststeckte und sich nicht mehr befreien konnte. Da das Kalb schon älter als ein Jahr war, brachte man es direkt nach Ithumba, wo es noch so lange bleiben sollte, wie es Milch brauchte. Das erschien sinnvoller als es erst nach Nairobi zu fliegen. In Ithumba wäre es inmitten der fürsorglichen älteren Waisen gut aufgehoben, und ein kleines bisschen Hoffnung bestand auch darin, dass es eines Tages seine verlorene Familie wieder treffen würde. Am Monatsende trug das kleine Kalb den Namen Ithumbah, war sehr ausgeglichen, trank ihre Milch und schon bald soll sie mit den anderen auf die tägliche Futtersuche in den Busch gehen. Die kleine Ithumbah wurde gefunden, als sie am 24. September im Schlamm am Ithumba-Damm feststeckte. Schon am nächsten Tag wurde in Ziwani im Nationalpark Tsavo-West ein weiteres Kalb in Ithumbas Alter gefunden, das ebenfalls hier aufgepäppelt und Spielgefährte von Ithumba werden sollte.

September 2010

 

Ab sofort können Sie Patenschaften für Kitirua, Wasin, Ithumbah und Naisula übernehmen.

Text © reaev