Kamboyos Leben in Auszügen

 (Text © reaev )

März 2011

 

Am 19. wurden die Waisen wieder von den Älteren besucht und von Mgeni zum Schlammbad eskortiert. Am Monatsende tauchten auch die Ex-Waisen noch einmal auf. Am 28. kamen Wendi, Napasha, Kamboyo, Loijuk, Madiba, Kora, Lualeni, Meibai, Naserian, Sidai und Lenana in die Region Kone, wo die Waisen gerade fraßen. Wendi gesellte sich sofort zu Ithumbah und die beiden grasten Seite an Seite. Einen Tag später kamen Yatta, Mulika, Selengai, Nasalot, Orok Buchuma, Mgeni und zwei wilde Bullen noch einmal zum Saufen ins Stallgelände, bevor sie in den Park zurückkehrten.

Februar 2011

 

Die Ex-Waisen wurden dann für einige Tage nicht gesehen, tauchten aber zwischendurch kurz zum Saufen auf. Yatta war in Begleitung von Mulika, Kinna, Nasalot, Lenana, Makena und den kleinen Bullen Orok, Taita, Kenze, Kamboyo inklusive Mgeni, den wilden Rekruten. Am 22. Februar waren es Yatta, Mulika, Nasalot, Naserian, Selengai, Lualeni, Orok, Buchuma, Zurura, Kenze, Kamboyo und Kora (dieses Mal ohne Rapsu und Challa). Und schon am nächsten Abend kam Wendi zusammen mit den gleichaltrigen Leitkühen Loijuk, Chyulu, Galana und Naserian, begleitet von Tomboi, Madiba, Challa und Rapsu.

Januar 2011

 

Mit dem neuen Jahr machten 29 Elefantenwaisen den endgültigen Schritt zurück in die Wildnis und reihten sich in die wilde Herde aus Tsavos Norden ein: Yatta (die Hauptleitkuh), unterstützt von Nasalot, Mulika und Kinna, als auch die Junior-Leitkühe, die oftmals noch kleine Splittergruppen anführen – Wendi, Loijuk, Sunyei, Galana, Naserian, Sidai, Lualeni, Lenana, Makena und Chyulu. (Ol Malo wurde schon lange nicht mehr gesehen. Allerdings war sie schon immer sehr unabhängig, wenngleich auch ziemlich zerbrechlich. Sie verbrachte seit eh und je viel Zeit mit wilden Freunden oder ganz allein, aber momentan fehlt uns jegliches Lebenszeichen.) Auch die verwaisten Jungbullen Napasha, Taita, Ndomot, Madiba, Buchuma, Rapsu, Challa, Kenze, Kamboyo, Zurura, Orok, Tomboi und Kora gehören dieser Gruppe an.

Dezember 2010

 

Der Monat war sehr abwechslungsreich für die Ithumba-Waisen. Sie waren oft mit den inzwischen wilden Ex-Waisen zusammen, die sich fast täglich darum gekümmert haben, dass zumindest ein paar der Älteren dafür sorgen, dass die Kleinen jeden Abend zu ihren Stallungen zurückgebracht werden. Oft waren es Wendi und ihre Splittergruppe – namentlich Sunyei, Ndomot, Buchuma, Chyulu, Sidai, Kamboyo, Lualeni, Kora, Rapsu, Galana, Tomboi und Napasha – die diese Aufgabe übernahmen.

Juli 2010

 

Am 30. Juli überraschten Naserian, Kora, Lualeni und Kamboyo die Waisen im Stallgelände! Was für eine Freude! Die ganze Gruppe – mit Naserian an der Spitze – verließ das Gelände in den Park, wo sie alle gemeinsam fraßen. Am späten Nachmittag waren nur noch Chaimu und Kilaguni in Sichtweite der Keeper, der Rest der Gruppe war schon ein Stück weiter gewandert. Als die Keeper ihre Schützlinge plötzlich nicht mehr hörten, machten sie sich auf die Suche, konnten sie aber nicht mehr finden. Bei Einbruch der Dämmerung blieb ihnen nichts anderes übrig, als mit Chaimu und Kilaguni zu den Ställen zurückzukehren und die anderen der Gruppe der Obhut von Naserian zu überlassen. Sobald der nächste Tag anbrach, machten sich die Keeper mit den übrig gebliebenen Waisen wieder auf den Weg in den Busch, und nur wenig später war die ganze Gruppe wieder glücklich vereint und fraß genüsslich an den Hängen von Ithumba Hill.

Dezember 2009

 

Es gab in diesem Monat ein paar Veränderungen in der Gruppe der Ex-Waisen: Wendi verbrachte die meiste Zeit mit Yattas Gruppe und trat ihre Leitkuh-Position vorerst an Galana ab. Napasha und Rapsu dagegen wechselten in Wendis Gruppe. Auch Kamboyo schloss sich am 5. Wendis Gruppe an und scheint dort seinen Platz gefunden zu haben. Er fühlt sich in der Gruppe der wilden Waisen offenbar sehr wohl und macht keinen Anschein, zu den Jüngeren zurückkehren zu wollen. Einmal kam er mit Wendis Gruppe an die Stallungen und prahlte ein bisschen mit seiner Stärke, indem er draußen mit Taita und Rapsu spielte, bevor die Gruppe wieder weiterzog.

November 2009

 

Kamboyo hat in diesem Monat versucht, in die Gruppe der Ältesten aufzusteigen und hat sich von den Jüngsten abgeseilt, um bei seinem Freund Kenze zu sein. Er blieb bis spät abends bei Yattas Gruppe. Offenbar hat er es sich dann anders überlegt, denn als er nach Einbruch der Dunkelheit an den Stallungen auftauchte, wollte er unbedingt zu den Jüngsten hereingelassen werden. Am nächsten Tag, dem 25. September, blieb er über Nacht bei Yattas Gruppe. Früh am Morgen kam er mit allen anderen Ex-Waisen (außer Ol Malo) ins Stallgelände – seine erste Nacht bei den Großen!

Oktober 2009

 

Am 29. Oktober weigerten sich Naserian, Kora, Zurura und Kamboyo vehement, in ihre Ställe zu gehen, und es kostete die Keeper reichlich Überzeugungskraft. Am nächsten Abend dagegen half nichts mehr, und Kora, Naserian und Zurura brachen mit Yattas Gruppe in den Busch auf. Für den Fall, dass sie ihre Meinung über Nacht noch ändern würden, ließen die Keeper das Tor zum Stallgelände angelehnt. Am nächsten Tag war auch Kamboyo überzeugt, es seinen Freunden nachzutun und schloss sich der älteren Gruppe an. Jetzt bleiben nur noch Makena, Lualeni, Loijuk, Sian und Kenze in der (nächtlichen) Obhut ihrer Keeper. Unsere Ithumba-Waisen werden scheinbar flügge und verlassen ihr Nest!

November 2008

 

Galana hatte in diesem Monat eine gewichtigere Rolle als Leitkuh, denn sie entschied wohin sie die Jüngeren führen sollte, wenn Yatta nicht da war. Meistens wird sie von Sunyei unterstützt, während Kamboyo (der Takthalter) derjenige ist, der entscheidet, wann es Zeit ist den Heimweg anzutreten.

August 2008

 

Die Besuche der wilden, stattlichen Elefantenbullen haben unsere kleinen Bullen schwer beeindruckt und zu noch mehr Kräftemessen als sonst inspiriert. Tomboi, Taita, Napasha, Rapsu, Kora, Madiba, Kamboyo, Zurura, Ndomot, Buchuma, Challa und Kenze sind fast nur noch mit Jungenspielen beschäftigt: drängeln, trampeln, schubsen und sich gegenseitig verprügeln.

Juni 2008

 

Kora dominiert wie immer die täglichen Aufzeichnungen. Er ist es, der offenbar die meisten Ringkämpfe initiiert, obwohl dicht gefolgt von Kamboyo und Zurura, seinen alten Nursery-Rivalen.

Mai 2008

 

Kamboyo war bereits in der Nursery ein Kampfgeist und war auch in diesem Monat sehr beschäftigt mit seinem Freund Zurura und auch Rapsu, der nun wahrlich kein Schwächling ist!

Januar 2008

 

Kamboyo und Zurua, die erst vor kurzem aus der Nursery nach Ithumba gekommen waren, sind nunmehr vollkommen in die Gruppe integriert, und Kamboyo wurde mittlerweile zum „Takthalter” ernannt, denn er ist immer so unglaublich pünktlich, wenn es daran geht den Heimweg anzutreten und führt die Gruppe oft zum oder vom Schlammbad.

Dezember 2007

 

Naserian scheint für die jüngere Gruppe verantwortlich zu sein, und in diesem Monat durften sich auch Kora und Kamboyo profilieren und die Jüngsten von und zum Schlammbad bzw. den Milchtränken führen. Kamboyo und Zurura haben sich erstaunlich gut eingelebt und sind bereits ein Teil der Gruppe geworden.

November 2007

 

Die beiden großen Jungs der Nursery, Zurura und Kamboyo, kamen in die Auswilderungsgruppe nach Ithumba. Es war an der Zeit für sie, denn sie brauchen die Disziplin der älteren Leitkühe und stärkere Bullen, gegen die sie sich beweisen müssen. Leitkuh Lenana war noch nicht durchsetzungsfähig genug, um sie unter Kontrolle zu bringen.

Als es daran ging zu üben, wie man auf die Laderampen der parkenden Lkws steigt, hatte Kamboyo offenbar finstere Assoziationen. Er wurde als neunmonatige Waise gerettet und zum Flugplatz des Kamboyo Hauptquartiers in Tsavo-West gebracht, von wo aus er auf dem Luftweg nach Nairobi befördert wurde. Nichts konnte ihn dazu bringen, auch nur einen Fuß in den Lkw zu setzen. Am Tag der Abfahrt bekam er also ein leichtes Beruhigungsmittel, und mithilfe vieler schiebender und ziehender Hände wurde er in den Lkw verfrachtet. Einmal auf der Ladefläche angekommen, ergab er sich seinem Schicksal und dem, was seine menschliche Familie für ihn vorbereitet hatte! Sein Vertrauen berührte uns sehr.

Zurura und Kamboyo wurden in ihren neuen Stall geführt, den sie mit Loijuk und Sian teilen und fühlten sich gleich zu Hause.

Der Umzug von Kamboyo und Zurura verlief besonders reibungslos. Sie fühlten sich sofort zu Hause und teilten sich das Schlaflager mit Sian und Loijuk. Offenbar wurde ihnen auch gleich beigebracht, dass sie niemals den Elektrozaun um das Nachtlager berühren sollen.

Gegen Ende des Monats führten Kamboyo und Zurura die Gruppe sogar an, als sie sich abends vom Kalovota-Fluss auf den Heimweg machten. Sie haben sich in der neuen Umgebung schnell zurechtgefunden und passen in die Herde, als wären sie schon immer da gewesen.

Oktober 2007

 

Im kommenden Monat steht der Transfer von Kamboyo und Zurura nach Ithumba an. Beide haben jetzt ein Alter erreicht, in dem sie von Gleichaltrigen in Ithumba erzogen werden müssen. Die lang erwarteten Regenfälle in Ithumba stehen vor der Tür. Die Lastwagen, die Kamboyo und Zurura nach Ithumba bringen werden, stehen einsatzbereit an den Laderampen. Mit ihrer Ankunft wird die Anzahl der Waisen in Ithumba auf 27 junge Elefanten auf dem Weg in die Wildnis ansteigen.

Text © reaev