Genetik

 

 

Kornnattern sind beliebte Terrarientiere, gerade wegen ihrer variierenden Farben und Zeichnungen. Es mag für den Laien schwer sein, zu verstehen wie solche Farbvarianten zustande kommen. Ich möchte versuchen hier eine ganz kleine und verständliche Übersicht darzustellen.
Wie ich ja schon erwähnt habe, sind auch in der freien Natur viele Farb- und Zeichnungsvarianten zu finden. Diese entstehen aus Gendefekten und/oder dem Fehlen von einer oder mehreren der drei Grundfarben oder durch gezielte Verpaarung verschiedener Farbvarianten (Auswahlzucht).
 

Die drei Grundfarben der Kornnatter sind :

Schwarz (Melanin), Rot (Erythrin), Gelb (Xanthin)


A steht für nicht vorhanden:

Amelanistic = Schwarz nicht vorhanden, aber Rot und Gelb

Anerythristic = Rot nicht vorhanden, aber Schwarz und Gelb

Axanthic = Gelb nicht vorhanden, aber Schwarz und Rot

(Eine axanthische Kornnatter ist bis heute noch nicht bekannt)

 

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Diese drei Grundfarben können in vier Varianten erscheinen:

 

1.        Alle drei Farben sind vorhanden (keine Gendefekte)

2.        Eine Farbe kommt nicht vor wie oben beschrieben:

Amelanistic 

Anerythristic 

Axanthic

3.        Eine Farbe kann blasser/reduzierter erscheinen

Diese Erscheinung nennt man Hypo!

Hypo-Melanistic erscheint mit reduziertem Schwarz.

4.        Eine Farbe kann kräftiger/verstärkt erscheinen

Hyper-Erythristisch bedeutet also ein verstärktes Rot.

Ergo:

Diese Gendefekte (wie bei 2.-4.) zeigen, dass in den Erbanlagen eine Information (genetisches Rezept) fehlt bzw. verändert ist.

Dominante Geninformationen lassen die Phänotypen entstehen, (also sind sichtbar);

Rezessive Geninformationen sind nicht sichtbar, liegen also genotypisch vor, werden aber an die nächsten Generationen weiter vererbt.

Berechnungsbeispiele gibt es HIER.

 

Grundsätzlich sind die verschiedene Farbenvariationen der Kornnatter durch die Grundfarbvariationen entstanden.

 

Ein paar Beispiele:

Amelanistische Tiere:

Auswahlzuchten: Candycane, Reverse Okeetee, Fluorescent Orange, Sunglow, Hi- White,

Kombinationen mit Amel: Butter

Anerythristische Tiere:
Anerythristisch Typ A und Typ B, Ghost, Lavender, Pewter

Amelistische + Anerythristische Tiere:

Blizzard (Amel + Charcoal), Opal (Amel + Lavender),

Snow (Amel + Anery) --> Bubblegum, Green - und Pink blotched Snow

www.kornnatter.de
www.kornnatter.de

Ein paar grundlegende Begriffe der Genetik:


Co-Dominant 

Treten diese Anlagen gemeinsam auf, sind Sie phenotypisch Dominant. Einzelnt sind sie rezessiv.

Dominant

Überdeckend. Dominante Erbanlagen treten Phenotypisch (optisch) in Erscheinung, d.h diese Erbanlagen sind dem Tier anzusehen und nicht versteckt

Genotypisch

Erbanlagen der Eltern, die auch versteckt sein können, d.h. nicht in Erscheinung treten

Heterozygot (het.)

Spalterbigkeit (Gesetz n. Mendel). Ein Gendefekt wird immer Doppelpaarig vererbt. Je ein Genteil vom Vater, dar andere von der Mutter. Trägt ein Nachkomme nur ein Genteil, nennt man dies heterozygot (het.) / spalterbig. Der Defekt ist nicht sichtbar.

Homozygot (hom.)

Reinerbigkeit (Gesetz. n. Mendel). Hetero = Ungleich, Homo = Gleich. Es sind beide Genteile gleichartig vorhanden, Vater und Mutter haben das gleiche Gen (z.b. Amelanismus) an die Nachkommen weitergegeben. Der Gendefekt ist sichtbar!

Phänotypisch

Erscheinungstyp, d.h. das effektives optisches Aussehen, abhängig von den dominanten Erbanlagen

Poss. Het.

Abkürzung für possible Heterozygot (möglicherweise Heterozygot). Bei so bezeichneten Tieren kann man aufgrund der Verpaarung nicht schließen, ob die Nachkommen den Defekt heterozygot vererben oder nicht. Heterozygote Anlagen sieht man einem Tier nicht an!

Rezessiv

Zurücktretend. Untergeordnete Erbanlagen, die von den Dominanten verdeckt sein können. Sie sind optisch dem Tier nicht unbedingt anzusehen, nur bei Doppelpaarigkeit.

Thema Auwahlzucht:

 

Bei der Auswahlzucht werden gezielt Tiere mit bestimmten Genmutationen miteinander verpaart, um ein bestimmtes Merkmal hervorzuzüchten, zu verstärken oder zu verringern.

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Nimmt man zum Beispiel aus einem Amelanisticgelege zwei Tiere, deren Sattelfleckenumrandungen etwas dicker weiß sind, als die der anderen Tiere und diese miteinander verpaart, dann aus diesem Gelege wieder die Tiere mit den breitesten Sattelfleckenumrandungen miteinander verpaart und dies immer wieder so fortsetzt, dann schlüpfen irgendwann Schlangen mit extrem breiten, weißen Sattelfleckenumrandungen.

Diese Auswahlzucht nennt man dann Reverse Okeetee.

 

Um diese jahrelangen Zuchtprojekte zu verkürzen und/oder frisches Blut in die Zuchtlinie zu bringen, kaufen sich Züchter bei anderen Züchtern Tiere, mit den ensprechend ausgeprägten Merkmalen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass das nächste Gelege diese Merkmale verstärkt hervorbringt.

Beispiel anhand des Zuchtziels Snow:

 

Wenn man amelanistische und anerythristische Kornnattern verpaart, fallen in der F1 Generation wildfarbene Neonaten. In der F2 Generation schlüpften dann die ersten (fast) weißen Schlangen (Snow).

 

Die Erläuterung hierfür:

 

Die F1 Neonaten sind Träger der Genanlagen für Amelanistic und Anerythristic. Sie erhalten die Anlagen von jeweils einem der Elterntiere. Genotypisch (anlagemäßig) waren sie also heterozygot (einpaarig veranlagt) für Amelanistic und Anerythristic, phenotypisch (erscheinungsmäßig) jedoch wildfarben. Verpaart man die F1 Generation untereinander, so erhält die F2 Generation dann beide Erbanlagen gleichzeitig, also doppelpaarig, und so ist klar, dass diese genotypischen Classics  homozygot (doppelpaarig) für Amelanistic und Anerythristic sind.